Sonntag, 19. September 2010

Mayumba Nationalpark, Taschendiebe und Gastfreundschaft (Teil 1)

Der Eintritt in den Mayumba Nationalpark war eigentlich nicht soo schwierig. Mayumba ist doch eher klein und so war es nicht weiter schwierig, die hiesige Parkdirektion zu finden. Nach einigem Herumfragen wußte ich dann wohin. "L´office", wo immer das auch sein mag. Also rein in eines der wenigen Sammeltaxis, die Preise kenne ich ja nun schon ein wenig, und ab zum Büro.
Allerdings bin ich erst einmal zu Monsieur Pépé, seines Zeichens Fischer von Beruf, nebenberuflich fährt er mit seinem Boot Touristen zu den Buckelwalen. Es ist Buckelwal-Saison. So wirklich brennen tue ich eh nicht darauf, aber fragen kostet nichts. Die Buckelwale kenne ich schon von Madagaskar seinerzeit. Die Wale ziehen von Südpol hinauf nach Afrika, Teile nach Madagaskar, andere nach Südafrika und einige eben nach Gabun. Pépé ist ein sehr freundlicher, älterer Mann und wir beginnen zu feilschen. Zunächst erkläre ich ihm, dass ich alleine bin und dieser Umstand scheint ihn gar nicht froh zu machen. Alleine...zu teuer..der Benzin...lamentiert er.
Ihm wäre eine Gruppe von 3-4 Leuten lieber. Aber irgendwie scheine ich ihm ganz sympathisch zu sein und irgendwann während des Palavers fragt er mich völlig überraschend: "Tu veux payer combien".
Verdammt, gute Verhandlungstaktik! Im Scherz sage ich ihm "rien", also nichts, rechne dann aber im Kopf etwas nach, der Liter Benzin kostet hier 535,- FCFA, in etwa € 0,8. Irgendwo im Verhandlungsnirvana einigen wir uns dann auf 70.000,- FCFA, in etwa € 106,-
Wir tauschen Nummern aus und ich verspreche mich nochmals zu melden, da ich noch einiges klären muss um in den Nationalpark zu kommen. Ich ziehe also zu Fuss weiter Richtung Direktion.

jaloux
Auf dem Weg zur Direktion des Nationalparks:
"Sei still, Eifersüchtiger" steht auf dem Kleinbus.
Wer allerdings auf dieses Fahrzeug eifersüchtig sein soll, war mich nicht ganz klar...

Dort wird alles noch etwas komplizierter, die Assistentin der Direktorin erklärt mir, dass ihr Pickup derzeit nicht fahrtüchtig sei.
Gestern bin ich mit einem jungen Mann mit seiner Prioge hinüber ins Safari Hotel. 1 und 1 ergibt 2. "Kann man mit der Piroge in den Park fahren?" frage ich, sie bejaht und ich erkläre, dass ich mir die Piroge selber organisieren werde. Ich versuche den Burschen telephonisch zu erreichen, nach unzähligen Versuchen hebt er endlich ab. Verhandlungen via Telefon. Irgenwann nennt er mir einen Phantasie-Preis, zumindest empfinde ich es so. FCFA 50.000,- hin und retour. "Das verhandeln wir noch, ich melde mich wieder" und lege auf.
Ich berichte der Assitentin von dem Verhandlungsergebnis. Zufrieden wirkt sich nicht. Sie telefoniert mit ihrer Chefin und siehe da: "Sie fahren mit unserer Piroge und zahlen lediglich den Benzin". Eli, Ihr Guide, wird in einigen Minuten hier sein. "Hier haben sie meine Nummer, ich habe einen Bärenhunger und muss zurück in die Stadt, etwas essen." "C´est bon, á tout á l`heure..." Diesmal gehe ich zu Fuss, am Weg kreuzt mich doch tatsächlich Eli im Taxi.
"C´est vous le Monsieur, qui veut aller dans le parc?" War nicht so schwer zu erraten, einziger Weisser hier in der Nähe. "Ja, ja, ich bin das, hier meine Nummer, bin in der Stadt etwas essen."
Eine halbe Stunde später sehen uns in der Stadt im Restaurant wieder.
Ich bin zutiefst überrascht über sein Angebot. Ich zahle den Sprit der Piroge, meine eigene Verpflegung, den Parkeintritt und den Guide, also ihn. Fairer gehts nicht, ich willige ein. Unbürokratisch, gastfreundlich und ehrlich. Da ist es wieder, mein Afrika. Wenig später erledigen wir die Einkäufe. Eli und zwei seiner Männer, werden insgesamt 21 Tage im Park bleiben, ich drei. Ich diskutiere mit ihm den Preis der anderen Piroge, den 50.000,- FCFA, und wir stellen dann beide fest, dass der Preis so unrealistisch nicht ist. 3 Stunden Fahrt vier mal, also mich hinbringen, der Fahrer alleine retour, mich wieder abholen und wieder retour.

safari
Hotel Safari in Mayumba
Endlich wieder ein Hauch von Luxus

Am nächsten Morgen um 08:00 geht es in drei-stündiger Fahrt in das Basiscamp des Nationalparks. Die dortigen Erlebnisse habe ich ja bereits geschildert: Gorilla und Seehund.

abdullah
3-stündige Fahrt mit der Piroge

piroge
Unsere Piroge, eine "Echte"

lagune
Die Lagune

mangroven
Mangroven

impression
Abend in Nationalpark von Mayumba

strand
Der Strand: -zig Kilometer für uns alleine.
Keine Nudisten und kein Kampf um eine Liege...

eli
Eli nimmt die GPS-Koordinaten der Gorilla-Begegnung auf

Und eines muss ich festhalten: die "Ecoguides" machen einen sensationellen Job, haben brauchbare Ausrüstung und lieben ihre Arbeit. Hier tut sich wirklich was, um die Natur zu schützen.

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Aktuelle Beiträge

sänk ju weri matsch foa...
Afrodisiakum (Gast) - 24. Sep, 15:03
wow!
Hallo Armin, wirklich ein superblog, klingt nach richtiger...
Doris (Gast) - 23. Sep, 17:50
Mayumba Nationalpark,...
Im Allgemeinen und im Besonderen wurde ich immer gastfreundlich,...
Afrodisiakum - 20. Sep, 20:43
Mayumba Nationalpark,...
Der Eintritt in den Mayumba Nationalpark war eigentlich...
Afrodisiakum - 19. Sep, 12:21
Papa, Maman, "Les Petits"...
Öfters wurde ich mit „Papa“ angesprochen. Nun, einige...
Afrodisiakum - 18. Sep, 09:03

Links

Suche

 

Status

Online seit 5777 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 24. Sep, 15:03

Credits


Profil
Abmelden
Weblog abonnieren